Indirekte Rede: Aussagen wiedergeben

B1 · MittelstufeIndirekte Rede

"I'm tired," she said. → She said (that) she was tired.

Das lernst du

  • In der indirekten Rede fallen die Anführungszeichen weg, oft kommt „that“ dazu — ohne Komma davor
  • Nach „say“ folgt direkt der Inhalt, nach „tell“ zuerst der Zuhörer — „sagte mir“ heißt told me, nicht said me
  • Pronomen und Possessivwörter passen sich der neuen Perspektive an — genau wie im Deutschen
  • Statt Konjunktiv I rückt das Verb im wiedergegebenen Satz meist eine Zeit zurück (mehr dazu in der Lektion zum Backshift)

Von der direkten zur indirekten Rede

Die direkte Rede wiederholt die genauen Worte von jemandem in Anführungszeichen. Die indirekte Rede (reported speech) erzählt weiter, was gesagt wurde, ohne wörtlich zu zitieren. Die Anführungszeichen verschwinden, und oft kommt „that“ dazu — wie „dass“ im Deutschen. In der Umgangssprache lässt man „that“ häufig weg, so wie du im Deutschen „Sie sagte, sie sei müde“ ohne „dass“ sagen kannst.

Der große Unterschied zum Deutschen: Im Deutschen zeigst du die indirekte Rede mit dem Konjunktiv I („Sie sagte, sie sei müde“) oder im Alltag einfach mit dem Indikativ („…, sie ist müde“). Die Zeit bleibt dabei gleich. Im Englischen gibt es keinen Konjunktiv dafür — stattdessen rückt das Verb nach einem Einleitungsverb in der Vergangenheit (said, told) normalerweise eine Zeit zurück: am → was, can't → couldn't, have finished → had finished.

Übersetze dabei den Konjunktiv II nicht mit would: „Sie sagte, sie wäre müde“ heißt "She said she was tired.", nicht „she would be tired“. Would steht nur dort, wo im Originalsatz will (oder schon would) stand.

Gut zu wissen: Ist die Aussage immer noch wahr, darf die Zeit im Englischen auch bleiben ("She said she lives in Berlin."). In dieser Lektion übst du aber die Standardform mit Zeitverschiebung — nach said/told ist sie praktisch immer richtig.

Und ein Zeichensetzungs-Tipp: Vor „that“ steht im Englischen kein Komma — anders als vor „dass“. Also "She said that she was tired.", nicht „She said, that …“.

"Direct: Anna said, "I'm tired.""
"Reported: Anna said (that) she was tired."

„Say“ oder „tell“?

Im Deutschen sagst du „Er hat gesagt, …“ und „Er hat mir gesagt, …“ — beides mit demselben Verb, der Zuhörer steht einfach im Dativ. Im Englischen geht das nicht: Nach „say“ folgt direkt der Inhalt, ohne Zuhörer (oder mit „to“ + Zuhörer). Wenn du den Zuhörer nennen willst, nimm „tell“ — und dann steht der Zuhörer direkt danach, ohne „to“.

Also: „Er hat mir gesagt, dass er beschäftigt ist“ = "He told me (that) he was busy." oder "He said to me (that) he was busy." — aber nie „He said me“. Und umgekehrt: „tell“ ohne Zuhörer („He told that …“) ist falsch. Ausnahmen sind feste Wendungen wie tell the truth, tell a lie oder tell a story — die kommen ohne Zuhörer aus, haben aber keinen that-Satz.

"He said (that) he was busy."
"He said to me (that) he was busy."
"He told me (that) he was busy."

Pronomen und Possessivwörter anpassen

Die indirekte Rede wird aus einer anderen Perspektive erzählt als die des ursprünglichen Sprechers. Deshalb ändern sich Pronomen und Possessivwörter meist — aus „I“ wird oft „he“ oder „she“, aus „my“ wird „his“ oder „her“ und so weiter.

Hier hilft dir das Deutsche: Du machst genau dasselbe (Tom: „Meine Schwester lebt in Paris.“ → „Tom sagte, seine Schwester lebe in Paris.“). Wie sein/ihr richtet sich his/her nach dem Besitzer — nur gibt es im Englischen keine Endungen: his sister, his brother, his friends.

"Tom: "My sister lives in Paris." → Tom said his sister lived in Paris."

Beispiele aus dem echten Englisch

"She said (that) she loved the film."
"He told me (that) the meeting was cancelled."
"They said (that) they were leaving the next day."
"Maria said she couldn't come to the party."

Achtung

✗She said me that she was tired.
✓She told me that she was tired.

„Sie hat mir gesagt“ wird nicht zu said me — mit Zuhörer nimmst du tell (oder said to me).

✗She told that she was tired.
✓She said (that) she was tired.

Nach tell muss direkt der Zuhörer stehen — nennst du keinen, nimm say.

✗Anna said she is tired.
✓Anna said she was tired.

Im Deutschen bleibt die Zeit („sie sei / sie ist müde“), im Englischen rückt sie nach said normalerweise zurück: is → was.

✗She said she would be tired.
✓She said she was tired.

„Sie sagte, sie wäre müde“ — wäre ist hier kein would. Would steht nur dort, wo im Originalsatz will (oder schon would) stand.

✗She said, that she was tired.
✓She said that she was tired.

Vor „dass“ steht im Deutschen ein Komma, vor that im Englischen nicht.

✗Tom said my sister lived in Paris.
✓Tom said his sister lived in Paris.

Passe das Pronomen an die neue Perspektive an — genau wie im Deutschen („seine Schwester“).

Vergleich mit deiner Sprache

Im Deutschen markierst du indirekte Rede mit dem Konjunktiv I und behältst die Zeit: „Sie sagte, sie sei müde“ — oder im Alltag einfach „sie ist müde“

Das Englische hat dafür keinen Konjunktiv. Stattdessen rückt das Verb nach said/told meist eine Zeit zurück: "Anna said (that) she was tired." Aus dem deutschen Präsens („sei“/„ist“) wird also Past Simple, aus „habe gemacht“ wird Past Perfect: "Jack said he had finished his homework."

Im Deutschen weicht man oft auf den Konjunktiv II aus: „Sie sagte, sie wäre müde“, „Er sagte, er hätte keine Zeit“

Wäre und hätte sehen nach would aus, sind hier aber nur das Zeichen für indirekte Rede. Englisch: "She said she was tired." / "He said he didn't have time." Would brauchst du nur, wenn im Originalsatz will stand ("I'll call you" → "He said he would call me").

Im Deutschen steht der Zuhörer einfach im Dativ beim selben Verb: „Er hat mir gesagt, …“

Im Englischen wechselst du das Verb: "He told me (that) he was busy." Say mit Zuhörer geht nur mit to: "He said to me (that) he was busy." "He said me …" ist immer falsch.

💡 „Mir gesagt“ = told me (oder said to me) — nie said me.

💡 Kein Konjunktiv: Rück das Verb nach said eine Zeit zurück (is → was, can't → couldn't, have done → had done).

💡 Frag dich: Aus wessen Sicht wird jetzt erzählt? Pass die Pronomen an — wie im Deutschen.

Alltagssituation — eine Nachricht weitergeben

"Did Jack call?"

"Yeah, he said he'd finished his homework and asked if you could call him back."

"OK, thanks — did he say when?"

"He just said it wasn't urgent."

Übung

Übung 1 · Wähle die richtige indirekte Rede

Choose the correct reported statement for: Anna: 'I am tired.'

Übung 2 · Wähle den richtigen Satz

Choose the correctly reported sentence.

Übung 3 · Wähle den richtigen Satz

Choose the correctly reported sentence.

Übung 4 · Wähle den richtigen Satz

Choose the correctly reported sentence for: Tom: 'My sister lives in Paris.'

Übung 5 · Wähle den richtigen Satz

Choose the correctly reported sentence for: 'We are leaving tomorrow.'

Übung 6 · Wähle das richtige Verb

Choose the correct verb: 'She ___ me she was going to be late.'

Übung 7 · Wähle das richtige Verb

Choose the correct verb: 'He ___ (that) the meeting was cancelled.' (no listener mentioned)

Übung 8 · Wähle den richtigen Satz

Choose the correctly reported sentence for: Maria: 'I can't come to the party.'

Übung 9 · Gib die Aussage wieder

Report this statement: Jack: 'I have finished my homework.' → Jack said ___.

Übung 10 · Gib die Aussage mit „told“ wieder

Report this statement, using 'told': Lena: 'I need your help.' → Lena ___.

Übung 11 · Ordne die Gruppen zu

She told her mother the news.
She said the news to her mother.
He told us he was moving.
He said us he was moving.

0 / 4 zugeordnet

Übung 12 · Typischer Fehler: sagen + Konjunktiv

German: "Sie sagte mir, sie sei müde." Which English translation is correct?

Kurztest

Fünf kurze Fragen, um zu prüfen, was hängen geblieben ist.

Frage 1 / 5

Punkte: 0/0

Choose the correctly reported sentence for: 'I love this song.'

Das hast du gelernt

  • In der indirekten Rede fallen die Anführungszeichen weg, oft kommt that dazu — ohne Komma davor.
  • Nach say steht kein Zuhörer direkt dahinter; nach tell muss einer stehen.
  • Pronomen und Possessivwörter passen sich der neuen Perspektive an — wie im Deutschen.
  • Statt Konjunktiv rückt das Verb im wiedergegebenen Satz meist eine Zeit zurück; wäre/hätte wird nicht zu would.
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