Passive Redewiedergabe: It is said that... / He is said to...

C1 · FortgeschrittenPassiv

It is said that... / She is said to... Zwei Wege, um wiederzugeben, was man sagt, glaubt oder vermutet — das englische Gegenstück zu „es heißt“ und zum „sollen“ der Gerüchte.

Das lernst du

  • It is said/believed/reported/thought + that-Satz — die unpersönliche Struktur, wie „Es heißt, dass...“
  • Subjekt + is said/believed/reported/thought + Infinitiv — die persönliche Struktur, oft das Gegenstück zu „Er soll ... sein“
  • Die persönliche Struktur ist meist natürlicher, wenn es um eine bestimmte Person oder Sache geht
  • Für ein vergangenes Ereignis: to have + Partizip Perfekt — is said to have left, wie „soll ... verlassen haben“

Wiedergeben, was „man sagt“

Im Englischen gibt es zwei Passivstrukturen, mit denen du Behauptungen, Vermutungen oder Meinungen wiedergibst, ohne zu sagen, wer genau sie vertritt — typisch für Nachrichten, Gerüchte und Allgemeinwissen. Im Deutschen erledigen das „man sagt“, „es heißt“, „sollen“ oder „gelten als“.

Beide Sätze unten bedeuten dasselbe wie „Die Firma soll in Schwierigkeiten stecken“ bzw. „Es heißt, die Firma stecke in Schwierigkeiten“: "It is said that the company is struggling." "The company is said to be struggling." Die Verlaufsform to be struggling zeigt, dass es gerade jetzt so ist.

In lockerer Unterhaltung sagt man auch einfach „People say...“ oder „Apparently...“. Die Passivstrukturen klingen sachlicher und gehören vor allem in Nachrichten, Berichte und formellere Texte.

"It is said that the company is struggling."
"The company is said to be struggling."

Unpersönlich: It is said/believed/reported that...

Diese Struktur funktioniert fast wie das deutsche „Es wird gesagt, dass...“ / „Es heißt, dass...“: it + Passiv des Verbs + vollständiger that-Satz. "It is reported that the road will be closed tomorrow." "It is thought that prices will rise next year."

Das that steht direkt nach dem Passivverb und leitet den ganzen Nebensatz ein — es rutscht nie ans Satzende. Im lockeren Englisch kann that wegfallen („It's said the restaurant is excellent“), im formellen Stil bleibt es meist stehen. Anders als im Deutschen bleibt die Wortstellung im Nebensatz normal: Subjekt + Verb, kein Verb am Ende.

Typische Verben: say, believe, think, report, know, expect, understand, consider, allege. Die Struktur ist korrekt und verbreitet, wirkt aber etwas formell und distanziert.

"It is reported that the road will be closed tomorrow."
"It is thought that prices will rise next year."

Persönlich: Subjekt + is said/believed to...

Hier wird das Subjekt des wiedergegebenen Satzes zum Subjekt des ganzen Satzes, danach folgt ein to-Infinitiv: Aus „It is believed that she is one of the best“ wird „She is believed to be one of the best“. Einen that-Satz gibt es in dieser Struktur nicht.

Für Deutschsprachige ist das die wichtigste Struktur, denn sie ist das Gegenstück zum Gerüchte-„sollen“: „Er soll reich sein“ → "He is said to be rich." „Sie gilt als eine der Besten ihres Fachs“ → "She is believed to be one of the best in her field." (auch: is considered to be). „Man erwartet, dass das Team die Meisterschaft gewinnt“ → "The team is expected to win the championship."

Achtung: Das deutsche „sollen“ in diesem Sinn ist nie „should“. „He should be rich“ heißt „Er müsste/sollte reich sein“ (Erwartung oder Rat) — nicht „Man sagt, er sei reich“.

"She is believed to be one of the best in her field."
"The team is expected to win the championship."

Ein vergangenes Ereignis wiedergeben

Liegt das Ereignis vor dem Zeitpunkt der Aussage, brauchst du den Infinitiv Perfekt: to have + Partizip Perfekt. Das kennst du aus dem Deutschen: „Er soll das Land verlassen haben“ → "He is thought to have left the country." „Der Verdächtige soll mit dem Auto geflohen sein“ → "The suspect is believed to have fled by car."

Der einfache Infinitiv (to leave, to flee) bezieht sich auf die Gegenwart oder Zukunft: "He is thought to leave the country" klingt, als stünde die Abreise noch bevor. Und "He should have left the country" bedeutet „Er hätte das Land verlassen sollen“ — eine ganz andere Aussage. Im Passiv: "The painting is believed to have been stolen" (to have been + Partizip).

"He is thought to have left the country."
"The suspect is believed to have fled by car."

Beispiele aus dem echten Englisch

"It is known that the region has a rich history."
"The bridge is said to be over 200 years old."
"The painting is believed to have been stolen decades ago."
"It is expected that turnout will be high."

Achtung

✗He should be very rich.
✓He is said to be very rich.

„Er soll sehr reich sein“ gibt ein Gerücht wieder. Should drückt dagegen eine Erwartung oder einen Rat aus — für Gehörtes nimm is said / is believed + to.

✗She is believed that she is very talented.
✓She is believed to be very talented.

Die persönliche Struktur verwendet einen to-Infinitiv, keinen that-Satz. That gehört nur zur unpersönlichen Struktur mit it.

✗He is thought to leave the country.
✓He is thought to have left the country.

Für ein vergangenes Ereignis brauchst du to have + Partizip — wie „soll das Land verlassen haben“. Der einfache Infinitiv klingt nach Gegenwart oder Zukunft.

✗It is said the company is struggling that.
✓It is said that the company is struggling.

That leitet den Nebensatz direkt nach dem Passivverb ein — genau wie „dass“ im Deutschen. Es wandert nicht ans Satzende.

Vergleich mit deiner Sprache

„Er soll reich sein“ / „Er soll das Land verlassen haben“ — im Deutschen drückt „sollen“ aus, dass man etwas nur gehört hat

Im Englischen übernimmt das die persönliche Passivstruktur: "He is said to be rich", "He is thought to have left the country". Wer „sollen“ wörtlich mit should übersetzt, ändert die Bedeutung: "He should be rich" ist eine Erwartung („Er müsste reich sein“), "He should have left" ist ein Vorwurf oder Bedauern („Er hätte gehen sollen“). Faustregel: Gerüchte-„sollen“ = is said / is believed / is thought + to.

„Es heißt, dass...“ und „Es wird gesagt, dass...“ entsprechen direkt „It is said that...“ — aber ein „Er wird gesagt, reich zu sein“ gibt es im Deutschen nicht

Die unpersönliche Struktur kannst du also eins zu eins übertragen. Die persönliche Struktur ("She is said to be...") hat keine wörtliche deutsche Entsprechung und fühlt sich deshalb zunächst falsch an — sie ist aber völlig normal und oft eleganter. Mischen darfst du die beiden nicht: entweder "It is believed that she is talented" oder "She is believed to be talented", nie "She is believed that she is talented".

„Sie gilt als...“ und „Sie will ihn gesehen haben“

„Gelten als“ wird meist mit is considered (to be) / is regarded as / is believed to be wiedergegeben: "She is considered (to be) one of the best." „Wollen“ im Sinn von „behaupten“ ist dagegen aktiv, denn die Person behauptet es selbst: „Sie will ihn gesehen haben“ → "She claims to have seen him" — keine Passivstruktur.

💡 Gerüchte-„sollen“ („Er soll reich sein“) heißt is said / is believed + to — nie should.

💡 „soll ... gemacht haben“ → is said to have + Partizip Perfekt.

💡 Entweder It is said that + Satz oder Subjekt + is said to + Infinitiv — nicht beides gemischt.

Alltagssituation — ein Gerücht besprechen

"Did you hear the rumors about the new manager?"

"Yeah, she's said to be really strict."

"Really? It's also reported that she completely reorganized her last team."

"Guess we'll find out soon enough."

Übung

Übung 1 · Wähle den richtigen Satz

Choose the correct impersonal passive reporting structure.

Übung 2 · Wähle den richtigen Satz

Choose the correct personal passive reporting structure.

Übung 3 · Wähle den richtigen Satz

Choose the correct sentence.

Übung 4 · Wähle den richtigen Satz

Choose the correct sentence.

Übung 5 · Wähle die richtige Struktur für ein vergangenes Ereignis

Choose the correct personal structure for a past event.

Übung 6 · Wähle den richtigen Satz

Choose the correct sentence.

Übung 7 · Wähle den richtigen Satz

Choose the correct sentence.

Übung 8 · Wähle den richtigen Satz

Choose the correct sentence.

Übung 9 · Schreibe den Satz im unpersönlichen Passiv

Rewrite using the impersonal passive: 'People say that the restaurant is excellent.'

Übung 10 · Schreibe den Satz im persönlichen Passiv

Rewrite using the personal passive: 'People believe that she is very talented.'

Übung 11 · Ordne die Gruppen zu

It is said that the economy is improving.
The economy is said to be improving.
It is believed that he left early.
He is believed to have left early.

0 / 4 zugeordnet

Übung 12 · Typischer Fehler: „sollen“ als should

German: "Er soll sehr reich sein." (= people say so) Which English sentence is correct?

Kurztest

Fünf kurze Fragen, um zu prüfen, was hängen geblieben ist.

Frage 1 / 5

Punkte: 0/0

Choose the correct sentence.

Das hast du gelernt

  • It is said/believed/reported/thought + that-Satz — die unpersönliche Struktur, wie „Es heißt, dass...“.
  • Subjekt + is said/believed to + Infinitiv — die persönliche Struktur, oft natürlicher.
  • Gerüchte-„sollen“ („Er soll reich sein“) = He is said to be rich, nicht He should be rich.
  • Für ein vergangenes Ereignis: to have + Partizip Perfekt — is said to have left.
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