It is said that... / She is said to... Zwei Wege, um wiederzugeben, was man sagt, glaubt oder vermutet — das englische Gegenstück zu „es heißt“ und zum „sollen“ der Gerüchte.
Das lernst du
Im Englischen gibt es zwei Passivstrukturen, mit denen du Behauptungen, Vermutungen oder Meinungen wiedergibst, ohne zu sagen, wer genau sie vertritt — typisch für Nachrichten, Gerüchte und Allgemeinwissen. Im Deutschen erledigen das „man sagt“, „es heißt“, „sollen“ oder „gelten als“.
Beide Sätze unten bedeuten dasselbe wie „Die Firma soll in Schwierigkeiten stecken“ bzw. „Es heißt, die Firma stecke in Schwierigkeiten“: "It is said that the company is struggling." "The company is said to be struggling." Die Verlaufsform to be struggling zeigt, dass es gerade jetzt so ist.
In lockerer Unterhaltung sagt man auch einfach „People say...“ oder „Apparently...“. Die Passivstrukturen klingen sachlicher und gehören vor allem in Nachrichten, Berichte und formellere Texte.
Diese Struktur funktioniert fast wie das deutsche „Es wird gesagt, dass...“ / „Es heißt, dass...“: it + Passiv des Verbs + vollständiger that-Satz. "It is reported that the road will be closed tomorrow." "It is thought that prices will rise next year."
Das that steht direkt nach dem Passivverb und leitet den ganzen Nebensatz ein — es rutscht nie ans Satzende. Im lockeren Englisch kann that wegfallen („It's said the restaurant is excellent“), im formellen Stil bleibt es meist stehen. Anders als im Deutschen bleibt die Wortstellung im Nebensatz normal: Subjekt + Verb, kein Verb am Ende.
Typische Verben: say, believe, think, report, know, expect, understand, consider, allege. Die Struktur ist korrekt und verbreitet, wirkt aber etwas formell und distanziert.
Hier wird das Subjekt des wiedergegebenen Satzes zum Subjekt des ganzen Satzes, danach folgt ein to-Infinitiv: Aus „It is believed that she is one of the best“ wird „She is believed to be one of the best“. Einen that-Satz gibt es in dieser Struktur nicht.
Für Deutschsprachige ist das die wichtigste Struktur, denn sie ist das Gegenstück zum Gerüchte-„sollen“: „Er soll reich sein“ → "He is said to be rich." „Sie gilt als eine der Besten ihres Fachs“ → "She is believed to be one of the best in her field." (auch: is considered to be). „Man erwartet, dass das Team die Meisterschaft gewinnt“ → "The team is expected to win the championship."
Achtung: Das deutsche „sollen“ in diesem Sinn ist nie „should“. „He should be rich“ heißt „Er müsste/sollte reich sein“ (Erwartung oder Rat) — nicht „Man sagt, er sei reich“.
Liegt das Ereignis vor dem Zeitpunkt der Aussage, brauchst du den Infinitiv Perfekt: to have + Partizip Perfekt. Das kennst du aus dem Deutschen: „Er soll das Land verlassen haben“ → "He is thought to have left the country." „Der Verdächtige soll mit dem Auto geflohen sein“ → "The suspect is believed to have fled by car."
Der einfache Infinitiv (to leave, to flee) bezieht sich auf die Gegenwart oder Zukunft: "He is thought to leave the country" klingt, als stünde die Abreise noch bevor. Und "He should have left the country" bedeutet „Er hätte das Land verlassen sollen“ — eine ganz andere Aussage. Im Passiv: "The painting is believed to have been stolen" (to have been + Partizip).
„Er soll sehr reich sein“ gibt ein Gerücht wieder. Should drückt dagegen eine Erwartung oder einen Rat aus — für Gehörtes nimm is said / is believed + to.
Die persönliche Struktur verwendet einen to-Infinitiv, keinen that-Satz. That gehört nur zur unpersönlichen Struktur mit it.
Für ein vergangenes Ereignis brauchst du to have + Partizip — wie „soll das Land verlassen haben“. Der einfache Infinitiv klingt nach Gegenwart oder Zukunft.
That leitet den Nebensatz direkt nach dem Passivverb ein — genau wie „dass“ im Deutschen. Es wandert nicht ans Satzende.
„Er soll reich sein“ / „Er soll das Land verlassen haben“ — im Deutschen drückt „sollen“ aus, dass man etwas nur gehört hat
Im Englischen übernimmt das die persönliche Passivstruktur: "He is said to be rich", "He is thought to have left the country". Wer „sollen“ wörtlich mit should übersetzt, ändert die Bedeutung: "He should be rich" ist eine Erwartung („Er müsste reich sein“), "He should have left" ist ein Vorwurf oder Bedauern („Er hätte gehen sollen“). Faustregel: Gerüchte-„sollen“ = is said / is believed / is thought + to.
„Es heißt, dass...“ und „Es wird gesagt, dass...“ entsprechen direkt „It is said that...“ — aber ein „Er wird gesagt, reich zu sein“ gibt es im Deutschen nicht
Die unpersönliche Struktur kannst du also eins zu eins übertragen. Die persönliche Struktur ("She is said to be...") hat keine wörtliche deutsche Entsprechung und fühlt sich deshalb zunächst falsch an — sie ist aber völlig normal und oft eleganter. Mischen darfst du die beiden nicht: entweder "It is believed that she is talented" oder "She is believed to be talented", nie "She is believed that she is talented".
„Sie gilt als...“ und „Sie will ihn gesehen haben“
„Gelten als“ wird meist mit is considered (to be) / is regarded as / is believed to be wiedergegeben: "She is considered (to be) one of the best." „Wollen“ im Sinn von „behaupten“ ist dagegen aktiv, denn die Person behauptet es selbst: „Sie will ihn gesehen haben“ → "She claims to have seen him" — keine Passivstruktur.
💡 Gerüchte-„sollen“ („Er soll reich sein“) heißt is said / is believed + to — nie should.
💡 „soll ... gemacht haben“ → is said to have + Partizip Perfekt.
💡 Entweder It is said that + Satz oder Subjekt + is said to + Infinitiv — nicht beides gemischt.
"Did you hear the rumors about the new manager?"
"Yeah, she's said to be really strict."
"Really? It's also reported that she completely reorganized her last team."
"Guess we'll find out soon enough."
Übung 1 · Wähle den richtigen Satz
Choose the correct impersonal passive reporting structure.
Übung 2 · Wähle den richtigen Satz
Choose the correct personal passive reporting structure.
Übung 3 · Wähle den richtigen Satz
Choose the correct sentence.
Übung 4 · Wähle den richtigen Satz
Choose the correct sentence.
Übung 5 · Wähle die richtige Struktur für ein vergangenes Ereignis
Choose the correct personal structure for a past event.
Übung 6 · Wähle den richtigen Satz
Choose the correct sentence.
Übung 7 · Wähle den richtigen Satz
Choose the correct sentence.
Übung 8 · Wähle den richtigen Satz
Choose the correct sentence.
Übung 9 · Schreibe den Satz im unpersönlichen Passiv
Rewrite using the impersonal passive: 'People say that the restaurant is excellent.'
Übung 10 · Schreibe den Satz im persönlichen Passiv
Rewrite using the personal passive: 'People believe that she is very talented.'
Übung 11 · Ordne die Gruppen zu
0 / 4 zugeordnet
Übung 12 · Typischer Fehler: „sollen“ als should
German: "Er soll sehr reich sein." (= people say so) Which English sentence is correct?
Fünf kurze Fragen, um zu prüfen, was hängen geblieben ist.
Frage 1 / 5
Punkte: 0/0
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Fortgeschrittene Passivstrukturen
Lerne fortgeschrittene Passivmuster: die Person als Subjekt bei Verben mit zwei Objekten (I was given a book), Passiv-Infinitiv und Passiv mit being sowie die Struktur needs to be done.
Have / get something done (etwas machen lassen)
Lerne die kausative Struktur have/get + Objekt + Partizip (past participle) — die englische Entsprechung von „sich die Haare schneiden lassen“ — für Dienstleistungen, die jemand anderes für dich erledigt.
Das Passiv mit get
Lerne, wie get + Partizip (past participle) als lockere Alternative zu be + Partizip funktioniert — vor allem bei plötzlichen oder unerwarteten Ereignissen — und warum es nie „become“ heißt.
Das Passiv in allen Zeiten
Lerne, wie sich das englische Passiv durch die Zeiten zieht — das past participle bleibt gleich, nur die Form von „be“ ändert sich. Und warum „wird gebaut“ nicht „will be built“ heißt.