Die Zukunft mit will

A1 · AnfängerZukunftsformen

Will ist die flexibelste Art, über die Zukunft zu sprechen: für Vermutungen, Versprechen, Angebote und Entscheidungen, die du im Moment triffst. Achtung: Es bedeutet nicht „wollen“!

Das lernst du

  • Aussagen: will + Grundform des Verbs (I will help, she will arrive)
  • Verneinung: won't + Grundform
  • Fragen: Will + Subjekt + Grundform
  • Wann du will brauchst, wo im Deutschen oft einfach das Präsens reicht
  • Warum „ich will“ auf Englisch „I want“ heißt und nicht „I will“

Vorhersagen und spontane Entscheidungen

Will benutzt du für Vorhersagen über die Zukunft (oft mit think, probably oder I'm sure) und für Entscheidungen, die du genau im Moment des Sprechens triffst — nicht für etwas, das schon vorher geplant war.

Im Deutschen reicht dafür oft das Präsens: „Es ist kalt — ich mach das Fenster zu.“ Im Englischen geht das nicht. Sobald du dich spontan entscheidest, brauchst du will, meist verkürzt zu „'ll“.

Eine gute Brücke ist „werden“: „Ich glaube, es wird später regnen“ ist genau so gebaut wie das englische Beispiel. Wenn du „werden“ einsetzen könntest, passt will meistens — nur für schon fest geplante Vorhaben nimmt man eher going to.

"I think it will rain later. (Vorhersage)"
"It's cold — I'll close the window. (Entscheidung im Moment)"

Versprechen und Angebote

Will ist auch die natürliche Wahl, wenn du etwas versprichst oder anbietest, etwas für jemanden zu tun — beides entscheidest du im Moment des Sprechens.

Hier ist die Präsens-Falle besonders groß: „Ich ruf dich heute Abend an“ ist im Deutschen völlig normal, aber im Englischen heißt es „I'll call you tonight“, nicht „I call you tonight“. Ohne will klingt das Versprechen auf Englisch falsch.

"I promise I'll call you tonight."
"I'll carry that bag for you."

Die Form: immer die Grundform

Will verändert sich nie, egal welches Subjekt davor steht, und danach kommt immer die Grundform des Verbs — ohne -s, ohne -ing, ohne to.

Vorsicht beim deutschen „er will“: Im Englischen gibt es kein „he wills“. Und auch wenn im Deutschen bei Infinitiven oft „zu“ dabei ist, steht nach will nie to: „I will go“, nicht „I will to go“. Genau wie bei „Ich werde gehen“ folgt das Verb direkt.

"She will help. (nicht: She wills help.)"
"They will arrive soon. (nicht: They will arriving soon.)"

Beispiele aus dem echten Englisch

"I'll let you know as soon as I hear anything."
"Don't worry, it'll be fine."
"Will you be at the meeting tomorrow?"
"I'm sure she'll understand."

Achtung

✗I will an ice cream.
✓I want an ice cream.

„Ich will“ drückt einen Wunsch aus und heißt auf Englisch I want. Englisches will hat nichts mit „wollen“ zu tun und braucht immer ein Verb danach.

✗Don't worry, I call you tomorrow.
✓Don't worry, I'll call you tomorrow.

Im Deutschen reicht „Ich ruf dich morgen an“. Für ein Versprechen braucht das Englische aber will.

✗I will to help you.
✓I will help you.

Nach will steht nie to — genau wie nach „ich werde“ das Verb direkt folgt.

✗He wills arrive at noon.
✓He will arrive at noon.

Anders als „er will“ oder „er wird“ bekommt will nie eine Endung — es bleibt für jedes Subjekt gleich.

✗I'll helping you carry that.
✓I'll help you carry that.

Nach will kommt immer die Grundform des Verbs, nie die -ing-Form.

✗Do you will come to the party?
✓Will you come to the party?

Will bildet Fragen selbst, wie „Wirst du ...?“ im Deutschen — do brauchst du dafür nicht.

Vergleich mit deiner Sprache

„Ich will“ kommt im Deutschen von „wollen“ und drückt einen Wunsch oder eine Absicht aus — keine Zukunft

Das englische will sieht aus wie das deutsche „will“, ist aber ein falscher Freund. „Ich will ein Eis“ heißt „I want an ice cream“, nicht „I will an ice cream“. Und „I will go“ bedeutet „Ich werde gehen“, nicht „Ich will gehen“ (das wäre „I want to go“). Merke: Wunsch = want, Zukunft = will.

Im Deutschen drückst du die Zukunft oft mit dem Präsens aus: „Ich ruf dich morgen an“, „Ich helf dir gleich“

Im Englischen funktioniert das bei spontanen Entscheidungen, Versprechen und Angeboten nicht. Dort brauchst du will: „I'll call you tomorrow“, „I'll help you“. Ein Satz wie „I call you tomorrow“ klingt für Muttersprachler wie ein Fehler. Wo du im Deutschen spontan etwas zusagst, sag auf Englisch I'll.

„Werden“ + Infinitiv („Es wird regnen“, „Wirst du da sein?“) ist das deutsche Gegenstück zu will

Hier hilft dir das Deutsche: Will funktioniert fast genau wie „werden“. Es steht vor dem Verb in der Grundform, und in Fragen kommt es nach vorne: „Wirst du da sein?“ — „Will you be there?“. Der einzige Unterschied: „werden“ ändert sich (ich werde, er wird), will bleibt immer gleich.

💡 Falscher Freund: „ich will“ = I want. Englisches will entspricht „werden“, nicht „wollen“.

💡 Wo du im Deutschen spontan etwas zusagst („Ich mach das!“), sagst du auf Englisch I'll.

💡 Denk an „werden“: Danach kommt das Verb direkt, ohne to und ohne Endung — genau wie nach will.

Alltagssituation — kurz am Telefon absprechen

"Can you send me the file?"

"Sure, I'll email it right now."

"Great, thanks. And will you be at the meeting later?"

"Yes, I'll be there at three."

Übung

Übung 1 · Wähle den richtigen Satz

Choose the correct sentence.

Übung 2 · Wähle den richtigen Satz

Choose the correct sentence — a spontaneous decision made right now.

Übung 3 · Wähle den richtigen Satz

Choose the correct sentence.

Übung 4 · Wähle die richtige Verneinung

Choose the correct negative.

Übung 5 · Wähle die richtige Frage

Choose the correct question.

Übung 6 · Wähle den richtigen Satz

Which sentence is a promise?

Übung 7 · Wähle den richtigen Satz

Choose the correct sentence.

Übung 8 · Wähle den richtigen Satz

Which sentence makes an offer?

Übung 9 · Ergänze den Satz

Complete: 'I think she ___ (will/pass) the exam.' (prediction)

Übung 10 · Ergänze den Satz

Complete: '___ you help me with this?' (question with will)

Übung 11 · Ordne die Gruppen zu

It will probably snow.
I'll answer the phone.
I promise I'll be there.
It will rain later.

0 / 4 zugeordnet

Übung 12 · Typischer Fehler: will statt want

German: "Ich will ein Eis." Which English translation is correct?

Kurztest

Fünf kurze Fragen, um zu prüfen, was hängen geblieben ist.

Frage 1 / 5

Punkte: 0/0

Choose the correct sentence.

Das hast du gelernt

  • Will + Grundform benutzt du für Vorhersagen, Versprechen, Angebote und spontane Entscheidungen.
  • Will ist ein falscher Freund: „ich will“ heißt I want, nicht I will.
  • Wo das Deutsche das Präsens benutzt („Ich ruf dich an“), braucht das Englische bei Versprechen und spontanen Entscheidungen will.
  • Will ändert nie seine Form, und danach kommt immer die Grundform — ohne to, -s oder -ing.
  • Verneinung mit won't; in Fragen steht will vor dem Subjekt, wie „Wirst du ...?“ — ganz ohne do.
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