Die Stellung von Adverbien

A2 · GrundkenntnisseAdverbien

Wo ein Adverb steht, hängt von seiner Art und seiner Aufgabe im Satz ab — aber ein paar klare Muster decken fast alle Fälle ab. Und vieles läuft genau andersherum als im Deutschen.

Das lernst du

  • Anfangsposition: ein Kommentar zum ganzen Satz (Fortunately, nobody was hurt.) — ohne Umstellung von Subjekt und Verb
  • Mittelposition: Adverbien der Häufigkeit und des Grades, nah am Hauptverb (She usually arrives early.)
  • Endposition: die meisten Adverbien der Art und Weise, des Ortes und der Zeit (She sang beautifully at the party last night.)
  • Mehrere Angaben am Ende: Art und Weise, dann Ort, dann Zeit (M-P-T) — fast das Gegenteil von „TeKaMoLo“

Drei Hauptpositionen

Englische Adverbien können an drei Stellen stehen: am Satzanfang, in der Mittelposition (nah am Hauptverb) und am Satzende (nach dem Verb und dem Objekt). Welche Position ein Adverb bekommt, hängt von seiner Art ab und davon, worauf es sich bezieht.

Wichtig für dich: Das Deutsche ist bei der Stellung von Angaben viel freier und hat dazu noch die Verbzweitstellung. Im Englischen ist die Reihenfolge Subjekt – Verb – Objekt fest, und Adverbien müssen sich um diesen Kern herum einordnen, nicht mitten hinein.

"Honestly, I forgot."
"She usually forgets."
"She forgot completely."

Endposition: Art und Weise, Ort, Zeit

Die meisten Adverbien der Art und Weise, des Ortes und der Zeit stehen am Satzende. Stehen mehrere zusammen, ist die Standardreihenfolge Art und Weise, dann Ort, dann Zeit (Manner – Place – Time, M-P-T): 'She sang beautifully (Art und Weise) at the party (Ort) last night (Zeit).'

Im Deutschen hast du in der Schule „TeKaMoLo“ gelernt: Zeit zuerst, Ort zuletzt („Sie hat gestern Abend wunderschön auf der Party gesungen“). Im Englischen ist es umgekehrt — die Zeit kommt ans Ende. Wenn du deutsch denkst, rutscht „last night“ leicht nach vorne.

Zwei nützliche Extras: Ein Adverb der Art und Weise steht normalerweise nicht zwischen Verb und direktem Objekt ('She opened the door quickly', nicht 'She opened quickly the door' — auch wenn „Sie öffnete schnell die Tür“ im Deutschen ganz normal ist). Und nach Verben der Bewegung wie go, come oder travel steht das Ziel meist vor der Art und Weise ('They travelled to Rome by train').

"He drove carefully to the airport this morning."
"They played happily in the garden all afternoon."

Anfangsposition: ein Kommentar zum ganzen Satz

Satzadverbien wie fortunately, honestly, personally, surprisingly und luckily kommentieren den ganzen Satz, nicht nur das Verb. Sie stehen meist ganz am Anfang, gefolgt von einem Komma. Das kennst du aus dem Deutschen: „Zum Glück…“, „Ehrlich gesagt…“, „Persönlich…“.

Aber Achtung: Im Deutschen springt nach so einem Wort das Verb vor das Subjekt („Zum Glück wurde niemand verletzt“). Im Englischen bleibt alles, wie es ist — erst das Subjekt, dann das Verb: 'Fortunately, nobody was hurt.' Und das Adverb braucht sein -ly: honestly, nicht honest — auch wenn „ehrlich“ im Deutschen Adjektiv und Adverb zugleich ist.

"Fortunately, nobody was hurt."
"Personally, I'd wait a little longer."
"Surprisingly, she agreed immediately."

Mittelposition: Häufigkeit und Grad

Adverbien der Häufigkeit (always, usually, often, never) und manche Gradadverbien stehen in der Mittelposition — direkt vor dem Hauptverb, direkt nach be oder direkt nach dem ersten Hilfsverb. Das ist dieselbe Regel wie bei den Häufigkeitsadverbien, und sie gilt auch für ein paar andere Wörter wie probably und definitely.

Im Deutschen steht „wahrscheinlich“ hinter dem konjugierten Verb („Sie hat es wahrscheinlich vergessen“). Im Englischen steht probably im einfachen Satz vor dem Hauptverb: 'She probably forgot.' Mit Hilfsverb steht es dahinter: 'He has definitely improved.'

"She probably forgot."
"He has definitely improved."

Beispiele aus dem echten Englisch

"Unfortunately, the flight was delayed by two hours."
"He works hard at the office every day."
"They travelled to Rome by train last summer."
"Personally, I think the second option is better."

Achtung

✗She sang last night beautifully at the concert.
✓She sang beautifully at the concert last night.

Mehrere Angaben am Satzende: Art und Weise, Ort, Zeit — die Zeit kommt nicht wie bei „TeKaMoLo“ nach vorne, sondern ans Ende.

✗She opened quickly the door.
✓She opened the door quickly.

Anders als im Deutschen („Sie öffnete schnell die Tür“) steht das Adverb nicht zwischen Verb und direktem Objekt — erst das Objekt, dann das Adverb.

✗I speak well English.
✓I speak English well.

Wörtlich aus „Ich spreche gut Englisch“ übersetzt — im Englischen gehören speak und English zusammen, well kommt ans Ende.

✗Fortunately was nobody hurt.
✓Fortunately, nobody was hurt.

Keine Verbzweitstellung wie in „Zum Glück wurde niemand verletzt“: Nach dem Satzadverb kommt ein Komma und dann ganz normal Subjekt + Verb.

✗Fortunately nobody was hurt.
✓Fortunately, nobody was hurt.

Nach einem Satzadverb am Anfang steht im Englischen meist ein Komma.

Vergleich mit deiner Sprache

Im Deutschen gilt „TeKaMoLo“: Zeit vor Art und Weise vor Ort — „Ich bin gestern mit dem Zug nach Berlin gefahren.“

Im Englischen kommt die Zeit ans Ende: "I went to Berlin by train yesterday." — nicht "I went yesterday by train to Berlin." Faustregel: Was im Deutschen ganz vorne bei den Angaben steht (gestern, heute Morgen, letztes Jahr), wandert im Englischen ganz nach hinten.

Im Deutschen darf eine Angabe zwischen Verb und Objekt stehen: „Ich spreche gut Englisch“, „Sie öffnete schnell die Tür“

Im Englischen bleiben Verb und direktes Objekt zusammen; das Adverb kommt danach: "I speak English well.", "She opened the door quickly." Sätze wie "I speak well English" fallen Muttersprachlern sofort auf.

Im Deutschen steht das Verb an zweiter Stelle — nach „Leider“, „Zum Glück“ oder „Gestern“ kommt sofort das Verb: „Zum Glück wurde niemand verletzt.“

Im Englischen gibt es diese Umstellung nicht: Nach dem Satzadverb (und dem Komma) folgt ganz normal Subjekt + Verb: "Fortunately, nobody was hurt." — nicht "Fortunately, was nobody hurt."

💡 Am Satzende gilt: Art und Weise → Ort → Zeit. Die Zeit, die im Deutschen vorne steht, kommt im Englischen ans Ende.

💡 Verb und direktes Objekt bleiben zusammen: speak English well, opened the door quickly.

💡 Nach einem Satzadverb am Anfang kommt keine Umstellung — erst das Subjekt, dann das Verb.

Alltagssituation — von einer Reise erzählen

"How was the trip?"

"Great, actually. We arrived quietly at the hotel late at night, so we didn't wake anyone up."

"Nice. Did you get to see much?"

"Surprisingly, yes — we walked around the old town every morning before it got too hot."

Übung

Übung 1 · Wähle die richtige Reihenfolge

Which order is correct?

Übung 2 · Wähle die richtige Reihenfolge

Which order is correct?

Übung 3 · Wähle die richtige Form

___, I don't think this plan will work.

Übung 4 · Wähle die richtige Reihenfolge

Which sentence puts manner before place, correctly, before time?

Übung 5 · Wähle den richtigen Satz

Fortunately, ___.

Übung 6 · Korrigiere den Fehler

Fix the mistake:

Übung 7 · Wähle das richtige Wort

Which word usually goes at the very start of a sentence to comment on the whole idea?

Übung 8 · Ergänze den Satz

Complete with the correct manner-place-time order: They played ___ ___ ___. (happily / in the garden / all afternoon)

Übung 9 · Ergänze den Satz

Complete: ___, I think we should wait a little longer. (sentence adverb meaning 'in my opinion', one word)

Übung 10 · Bilde den Satz

???????

Übung 11 · Wähle den richtigen Satz

Which is correct?

Übung 12 · Typischer Fehler aus dem Deutschen

German: "Ich habe gestern im Park Fußball gespielt." German puts time early, but English keeps time last. Which English sentence is correct?

Kurztest

Fünf kurze Fragen, um zu prüfen, was hängen geblieben ist.

Frage 1 / 5

Punkte: 0/0

Which order is correct?

Das hast du gelernt

  • Anfangsposition: Satzadverbien wie fortunately, honestly, personally — danach ein Komma und keine Umstellung von Subjekt und Verb.
  • Mittelposition: Häufigkeits- und Gradadverbien wie usually, probably.
  • Endposition: die meisten Adverbien der Art und Weise, des Ortes und der Zeit.
  • Mehrere Angaben am Ende: Art und Weise, Ort, Zeit — die Zeit kommt zuletzt, anders als bei „TeKaMoLo“.
  • Kein Adverb zwischen Verb und Objekt: I speak English well, nicht I speak well English.
Alle Lektionen dieser Kategorie ansehen