Adjektiv oder Adverb: typische Fehler

A2 · GrundkenntnisseHäufige Grammatikfehler

Drive careful oder drive carefully, I feel bad oder I feel badly — kleine Endungen, die im Deutschen gar nicht existieren, aber im Englischen sofort auffallen.

Das lernst du

  • Adjektive beschreiben Nomen (a careful driver); Adverbien beschreiben Verben, Adjektive oder andere Adverbien (drive carefully)
  • Die meisten Adverbien der Art und Weise bildest du mit -ly: careful → carefully, quick → quickly — im Deutschen bleibt die Form gleich („vorsichtig fahren“)
  • Nach einem Verbindungsverb (be, feel, look, seem, taste, smell, sound) steht ein Adjektiv, kein Adverb, wenn es das Subjekt beschreibt
  • „Gut“ hat zwei englische Formen: good ist das Adjektiv, well meist das Adverb (she sings well) — ein „goodly“ als Adverb gibt es nicht
  • really (Adverb) verstärkt ein Adjektiv: a really interesting film — nicht real, auch wenn man im Deutschen „echt interessant“ sagt

Zwei Aufgaben, zwei Wortformen

Adjektive und Adverbien beschreiben beide etwas, aber unterschiedliche Teile des Satzes. Ein Adjektiv beschreibt ein Nomen (a careful driver). Ein Adverb beschreibt, WIE eine Handlung passiert (drive carefully). Diese beiden zu verwechseln gehört zu den häufigsten Fehlern — auch auf ziemlich hohem Niveau.

Im Deutschen siehst du den Unterschied nicht: „ein vorsichtiger Fahrer“ und „vorsichtig fahren“ — das Adverb ist einfach die Grundform des Adjektivs. Im Englischen bekommt das Adverb meist eine eigene Endung: -ly.

"a careful driver (Adjektiv + Nomen)"
"drive carefully (Verb + Adverb)"

Das -ly nicht vergessen

Wenn du beschreibst, WIE etwas getan wird, brauchst du meistens die Adverbform mit -ly, nicht das einfache Adjektiv.

Das ist der typischste deutsche Fehler: „Sie singt schön“ wird zu "She sings beautiful", „Er spricht fließend Englisch“ zu "He speaks English fluent". Richtig: "She sings beautifully.", "He speaks English fluently."

Aber Vorsicht vor Übergeneralisierung: Ein paar häufige Adverbien haben kein -ly, z. B. fast, hard, late, early ("He drives fast.", "She works hard."). Hardly bedeutet sogar etwas anderes — „kaum“.

"She sings beautifully. (nicht: she sings beautiful)"
"He speaks English fluently. (nicht: he speaks English fluent)"

Nach einem Verbindungsverb steht ein Adjektiv

Verbindungsverben wie be, feel, look, seem, taste, smell und sound verbinden das Subjekt mit einer Beschreibung des Subjekts selbst — nicht einer Handlung. Deshalb steht danach ein Adjektiv, kein Adverb.

Hier hilft dir dein Deutsch sogar: „Die Suppe schmeckt gut“, „Sie sah glücklich aus“ — auch im Englischen bleibt die Form ohne Endung: "This soup tastes good.", "She looked happy." Hänge nicht aus Übereifer ein -ly an. Achtung: Wenn look eine Handlung ist („genau hinsehen“), steht ein Adverb: "Look carefully."

"I feel bad about it. (nicht: I feel badly — „badly“ würde wörtlich einen gestörten Tastsinn beschreiben!)"
"This soup tastes good. (nicht: this soup tastes well)"
"She looked happy. (nicht: she looked happily)"

Good oder well

Good ist ein Adjektiv — es beschreibt ein Nomen. Well ist meist das passende Adverb und beschreibt, wie etwas getan wird. Well kann außerdem ein Adjektiv mit der Bedeutung „gesund“ sein.

Im Deutschen ist beides „gut“. Der Test: Beschreibt „gut“ eine Sache oder Person (der Test war gut, die Suppe schmeckt gut)? Dann good. Beschreibt es, wie jemand etwas tut (er spielt gut Gitarre, er hat gut abgeschnitten)? Dann well: "He plays the guitar well." „Mir geht es gut“ heißt "I'm fine", "I'm well" oder umgangssprachlich "I'm good".

"He did really well on the test. (Adverb — beschreibt, wie er abgeschnitten hat)"
"It was a good test. (Adjektiv — beschreibt den Test)"

Beispiele aus dem echten Englisch

"It was a really interesting film. (not: a real interesting film)"
"He answered the question correctly."
"The milk smells bad."
"Please speak slowly."

Achtung

✗Drive careful.
✓Drive carefully.

„Vorsichtig fahren“ hat im Deutschen keine Endung — im Englischen braucht das Verb drive ein Adverb mit -ly.

✗She sings beautiful.
✓She sings beautifully.

„Sie singt schön“ beschreibt, WIE sie singt — dafür brauchst du das Adverb beautifully.

✗I feel badly about it.
✓I feel bad about it.

Feel ist hier ein Verbindungsverb, das einen Zustand beschreibt, keine Handlung — danach steht ein Adjektiv. („I feel badly“ hört man in lockerem amerikanischem Englisch, aber „I feel bad“ ist der Standard und die sichere Wahl.)

✗He did really good on the test.
✓He did really well on the test.

Hier geht es darum, wie er abgeschnitten hat — also das Adverb well, nicht das Adjektiv good, auch wenn beides im Deutschen „gut“ ist.

✗It was a real interesting film.
✓It was a really interesting film.

Really (Adverb) verstärkt das Adjektiv interesting; real ist selbst ein Adjektiv und kann ein anderes Adjektiv so nicht verstärken — auch wenn man im Deutschen „echt interessant“ sagt.

✗He works hardly.
✓He works hard.

Hard ist schon das Adverb („hart, fleißig“). Hardly bedeutet „kaum“ — „He hardly works“ heißt also „Er arbeitet kaum“.

Vergleich mit deiner Sprache

Im Deutschen hat das Adverb der Art und Weise keine eigene Endung: „Sie singt schön“, „Fahr vorsichtig!“

Im Englischen bekommt das Adverb in den meisten Fällen -ly: "She sings beautifully.", "Drive carefully." Wer die deutsche Form direkt überträgt, sagt "She sings beautiful" oder "Drive careful" — das klingt sofort fehlerhaft. Frag dich bei jedem Verb: Beschreibe ich, WIE jemand etwas tut? Dann brauchst du das Adverb.

„gut“ ist im Deutschen Adjektiv und Adverb zugleich

Im Englischen trennt sich „gut“ in good (Adjektiv) und well (Adverb). "He plays the guitar good" ist falsch, richtig ist "He plays the guitar well". Nach Verbindungsverben bleibt es aber good: "This soup tastes good." In der lockeren amerikanischen Umgangssprache hört man manchmal "He did good" — im Standardenglisch und in Prüfungen ist "He did well" richtig.

Umgangssprachlich verstärkt man im Deutschen mit „echt“ oder „richtig“: „echt interessant“

Im Englischen verstärkt das Adverb really ein Adjektiv: "It was a really interesting film." Real ist ein Adjektiv („echt, wirklich vorhanden“: a real diamond) und verstärkt im Standardenglisch kein anderes Adjektiv. "Real interesting" hört man zwar in sehr lockerem amerikanischem Englisch, aber es gilt als nicht standardsprachlich.

💡 Beschreibt das Wort, WIE jemand etwas tut? Dann Adverb (meist mit -ly) — auch wenn das deutsche Wort keine Endung hat.

💡 Nach be, feel, look, seem, taste, smell, sound bleibt es beim Adjektiv — genau wie im Deutschen: tastes good, looks happy.

💡 „Gut“ als Beschreibung einer Sache → good; „gut“ als Art und Weise → well.

Alltagssituation — Feedback nach einer Präsentation

"How did it go?"

"I think it went really well — the audience seemed genuinely interested."

"That's great! You spoke really clearly, too."

"Thanks — I was a bit nervous, but I tried to stay calm."

Übung

Übung 1 · Wähle den richtigen Satz

Which is correct?

Übung 2 · Wähle den richtigen Satz

Which is correct?

Übung 3 · Wähle den richtigen Satz

Which is correct?

Übung 4 · Wähle den richtigen Satz

Which is correct?

Übung 5 · Wähle den richtigen Satz

Which is correct?

Übung 6 · Wähle den richtigen Satz

Which is correct?

Übung 7 · Wähle den richtigen Satz

Which is correct?

Übung 8 · Wähle den richtigen Satz

Which is correct?

Übung 9 · Korrigiere den Fehler

Correct the mistake: He plays the guitar good.

Übung 10 · Korrigiere den Fehler

Correct the mistake: She is a quick learner and learns things quick.

Übung 11 · Typischer Fehler: Adverb ohne -ly

German: "Sie singt schön." Which English translation is correct?

Kurztest

Fünf kurze Fragen, um zu prüfen, was hängen geblieben ist.

Frage 1 / 5

Punkte: 0/0

Which is correct?

Das hast du gelernt

  • Adjektive beschreiben Nomen; Adverbien beschreiben Verben, Adjektive oder andere Adverbien.
  • Die meisten Adverbien der Art und Weise bekommen -ly: careful → carefully — anders als im Deutschen.
  • Nach einem Verbindungsverb (be, feel, look, taste, seem) steht ein Adjektiv, kein Adverb.
  • Good ist das Adjektiv, well meist das Adverb (und kann auch „gesund“ bedeuten).
  • Really verstärkt Adjektive; hard und fast haben kein -ly, und hardly heißt „kaum“.
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