Mit must und can't ziehst du aus dem, was du siehst, einen sicheren Schluss: „Das muss so sein“ oder „Das kann nicht sein“. Gute Nachricht: Das Deutsche macht es fast genauso.
Das lernst du
Must und can't drücken keine Vermutung ins Blaue aus, sondern einen logischen Schluss aus Hinweisen: Du bist dir fast sicher, dass etwas stimmt — oder dass es nicht stimmen kann. "The lights are off, so they must be asleep." "He can't be at work — I just saw his car at home."
Das kennst du aus dem Deutschen: „Das Licht ist aus, sie müssen schon schlafen.“ „Er kann nicht bei der Arbeit sein — sein Auto steht vor der Tür.“ Die Logik ist dieselbe.
Weniger sicher? Dann nimmst du might, may oder could: "They might be asleep." heißt nur „Vielleicht schlafen sie.“ Must und can't stehen für (fast) 100 %, might/may/could für eine echte Möglichkeit.
Must zieht einen sicheren positiven Schluss: Es muss stimmen. Can't zieht einen sicheren negativen Schluss: Es kann nicht stimmen. "This must be the wrong address." "That can't be right."
Hier hilft dir das Deutsche: Auch wir sagen „Das kann nicht sein“, nicht „Das muss nicht sein“. Genau so im Englischen: Das Gegenteil von must ist bei Schlussfolgerungen can't (oder cannot).
Vorsicht, falscher Freund: mustn't heißt „nicht dürfen“ — ein Verbot ("You mustn't park here."). Und „muss nicht“ heißt im Deutschen „nicht nötig“ oder „nicht unbedingt“ — auch das ist nicht mustn't. Ein "He mustn't be at work" klingt deshalb wie „Er darf nicht bei der Arbeit sein“.
Feinheit fürs Amerikanische: Dort hört man auch must not (meist nicht zusammengezogen) für eine etwas weichere negative Annahme: "He must not be home — nobody's answering." Für „das ist unmöglich“ bleibt aber can't die sichere Wahl, und die Kurzform mustn't ist bei Schlussfolgerungen ungewöhnlich.
Nach must und can't kommt immer die reine Grundform — ohne to und ohne -ing: must be, nicht must to be oder must being.
Für einen sicheren Schluss über etwas Vergangenes nimmst du must have bzw. can't have + Partizip Perfekt (3. Form): "She must have forgotten her keys." "They can't have left yet — their car is still here."
Das entspricht genau dem Deutschen: „Sie muss ihren Schlüssel vergessen haben.“ „Sie können noch nicht weggefahren sein.“ Der Unterschied liegt nur in der Wortstellung: Im Deutschen stehen Partizip und haben/sein am Ende, im Englischen bleiben must + have + Partizip direkt zusammen.
Wichtig: Auch wo das Deutsche „sein“ nimmt („weggefahren sein“, „gewesen sein“), heißt es im Englischen immer have: can't have left, can't have been. "That can't have been easy." = „Das kann nicht leicht gewesen sein.“
Das einfache Präteritum reicht nicht: must forgot oder can't left sind falsch. Und must forget wäre Gegenwart — damit sagst du etwas ganz anderes.
Für den sicheren negativen Schluss steht can't — wie „kann nicht“ im Deutschen. Mustn't heißt „darf nicht“ und drückt ein Verbot aus.
„Er muss nicht zu Hause sein“ heißt „vielleicht ist er nicht da“. Dafür nimmst du might not — mustn't wäre ein Verbot.
Für einen Schluss über die Vergangenheit brauchst du must have + Partizip Perfekt — genau wie „vergessen haben“ im Deutschen, nur dass have direkt nach must steht.
Auch wenn es im Deutschen „weggefahren sein“ heißt: Im Englischen steht in dieser Konstruktion immer have.
Nach must kommt kein to — direkt die Grundform, genau wie nach „muss“ im Deutschen kein „zu“ steht.
Im Deutschen heißt das Gegenteil von „Er muss zu Hause sein“ ganz natürlich „Er kann nicht zu Hause sein“
Das Englische funktioniert genauso: must für „muss (wohl)“, can't für „kann nicht“. "He must be at home." / "He can't be at home." Nutze dein deutsches Sprachgefühl: Wo du „kann nicht sein“ sagen würdest, nimm can't — auch in der Vergangenheit: „Er kann das nicht gewusst haben“ = "He can't have known that."
„Muss nicht“ heißt im Deutschen „nicht nötig“ oder „nicht unbedingt“ — und klingt wie mustn't
Mustn't bedeutet aber „darf nicht“ (Verbot). Für „nicht unbedingt / vielleicht nicht“ sagst du im Englischen might not oder isn't necessarily: „Er muss nicht zu Hause sein“ = "He might not be at home." Für „unmöglich“ nimmst du can't. Mustn't gehört in diese Lektion nur als Falle.
Im Deutschen vermutet man gern mit „wohl“, „dürfte“ oder „wird … sein“: „Er wird wohl im Stau stehen“, „Das dürfte reichen“
Englisch hat dafür kein einzelnes Wort. „Muss wohl“ ist sehr sicher → must. „Dürfte“ ist etwas vorsichtiger → should, probably oder is likely to: "That should be enough." „Er wird wohl im Stau stehen“ ist eine Vermutung über jetzt → "He must be stuck in traffic." oder "He's probably stuck in traffic." — nicht "He will stand in traffic", denn das klingt nach Zukunft.
💡 Wo du im Deutschen „kann nicht sein“ sagst, nimmst du im Englischen can't — nie mustn't.
💡 „Muss nicht“ ist nicht mustn't: mustn't heißt „darf nicht“.
💡 Vergangenheit: must have / can't have + Partizip Perfekt — immer have, auch wo das Deutsche „sein“ nimmt.
"The door's unlocked but no one's answering."
"They must have just stepped out for a minute."
"Maybe. Their bags are still here, though."
"True — they can't have gone far, then."
Übung 1 · Wähle den richtigen Satz
Choose the correct sentence — a confident positive conclusion from evidence.
Übung 2 · Wähle den richtigen Satz
Choose the correct sentence — a confident negative conclusion.
Übung 3 · Wähle den richtigen Satz
Choose the correct sentence — deduction about the past.
Übung 4 · Wähle den richtigen Satz
Choose the correct sentence — confident negative deduction about the past.
Übung 5 · Wähle die richtige Antwort
Which modal signals a confident, logical certainty (positive conclusion)?
Übung 6 · Wähle die richtige Antwort
Which modal signals a confident, logical certainty (negative conclusion)?
Übung 7 · Wähle den richtigen Satz
Choose the correct sentence.
Übung 8 · Wähle den richtigen Satz
Choose the correct sentence — deduction about the past, negative.
Übung 9 · Ergänze den Satz
Complete: 'You ___ (must/be) exhausted after that flight.'
Übung 10 · Ergänze den Satz
Complete (negative deduction, past): 'She ___ (can't/have/known) about the surprise.'
Übung 11 · Ordne die Gruppen zu
0 / 6 zugeordnet
Übung 12 · Typischer Fehler aus dem Deutschen
German: "Er kann das nicht gewusst haben." Which English translation is correct?
Fünf gemischte Fragen, um zu prüfen, was hängen geblieben ist.
Frage 1 / 5
Punkte: 0/0
Choose the correct sentence.
Modalverben mit have (Modal Perfects)
Lerne, wie du mit should have, could have und would have auf die Vergangenheit zurückblickst — für Bedauern, Kritik, verpasste Chancen und gedachte Ergebnisse („hätte … sollen“, „hätte … können“, „wäre … gewesen“).
Modalverben der Möglichkeit
Lerne, wie du mit may, might und could auf Englisch Möglichkeiten ausdrückst — für Gegenwart, Zukunft und Vergangenheit — und wo „kann“, „könnte“ und „dürfte“ dich in die Irre führen.
Need, needn't und don't need to
Lerne die zwei grammatischen „Gesichter“ von need kennen — modal (needn't) und als normales Verb (don't need to) — und wie needn't have + Partizip Perfekt funktioniert.
Should, ought to und had better
Vergleiche drei Arten, einen Rat zu geben — should, ought to und had better — und lerne, wie sie sich in Grammatik und Stärke unterscheiden.