She ain't coming. They was late. I seen him. Them books. — echtes, regelhaftes Englisch, nur eben nicht die Standardvarietät.
Das lernst du
Nicht-Standard-Englisch ist weder zufällig noch kaputt: Es folgt eigenen, konsequenten Mustern, die Millionen Sprecher verschiedener englischer Dialekte teilen. Die „Standardform“ ist einfach die Varietät, die in Schulen unterrichtet und in formellen Texten und Prüfungen erwartet wird; Nicht-Standard-Formen sind anders, ebenso regelhaft, tragen aber eine andere soziale Färbung.
Als Deutschsprachiger kennst du das Prinzip vom Verhältnis zwischen Hochdeutsch und Dialekt: „wegen dem Wetter“, „der Mann, wo da steht“ oder die doppelte Verneinung im Bairischen folgen festen Regeln — sie sind nur nicht Standarddeutsch. Ein Unterschied: Das Englische hat keinen Duden und keine Sprachakademie. „Standard English“ ist eine gelebte Konvention, und es gibt mehrere gleichwertige Standards, vor allem das britische und das amerikanische.
'Ain't' ist wohl die bekannteste Nicht-Standard-Form: eine flexible verneinte Kurzform, die je nach Satz vor allem am not, isn't, aren't, hasn't und haven't ersetzt. Du hörst sie ständig in Songs und Filmen — gerade deshalb ist es wichtig zu wissen, wo sie hingehört und wo nicht.
Viele Nicht-Standard-Dialekte verwenden eine einzige Verbform für alle Subjekte statt des vollen Kongruenzmusters im Standardenglischen — am häufigsten 'was' für Singular und Plural.
Nicht-Standard-Sprache verwendet manchmal das Partizip, wo Standardenglisch das Simple Past nutzt — zwei Formen verschmelzen zu einer. Im Standard heißt es 'I saw him yesterday', mit einer abgeschlossenen Zeitangabe also Simple Past. Ohne solche Zeitangabe ist bei already das Present Perfect üblich ('He has done it already', vor allem im BrE); 'He did it already' ist vor allem amerikanisch.
In manchen Nicht-Standard-Varietäten steht 'them' als Begleiter vor einem Nomen im Plural, wo Standardenglisch 'those' verlangt. Im Standard ist 'them' nur Objektpronomen ('I like them'), nie Begleiter.
Nicht-Standard-Formen sind in lockerer Umgangssprache und im Dialekt natürlich, wirken aber in formellen Texten, in Prüfungen und in der Geschäftskommunikation wie Fehler — so wie „wegen dem“ in einer deutschen Bewerbung.
Nicht-Standard-Formen folgen ihrer eigenen inneren Grammatik — sie sind eine andere Varietät, keine kaputte Version des Standardenglischen. Genau wie ein Dialekt kein „schlechtes Hochdeutsch“ ist.
Standard/Nicht-Standard und formell/informell sind zwei verschiedene Achsen. In sehr formellen Texten nimmst du Vollformen — aber eine Kurzform wie isn't ist nie ein Dialektmerkmal.
Hochdeutsch und Dialekt — ein vertrautes Nebeneinander
Im deutschsprachigen Raum ist es normal, dass jemand im Alltag Dialekt oder regionale Umgangssprache spricht und im Bewerbungsschreiben Hochdeutsch schreibt. Formen wie „wegen dem“, „der Mann, wo…“ oder die bairische doppelte Verneinung sind regelhaft, aber nicht standardsprachlich. Genau so funktionieren ain't, they was, I seen und them books im Englischen. Diese Einsicht ist eine echte Hilfe: Du musst Nicht-Standard-Formen nicht als „falsches Englisch“ abtun, sondern kannst sie als Varietät einordnen — verstehen ja, in Prüfungen und formellen Texten selbst verwenden nein.
Kein Duden — und Standard ist nicht dasselbe wie formell
Für das Englische gibt es keine Instanz wie den Duden oder den Rat für deutsche Rechtschreibung. Was als Standard gilt, ergibt sich aus Wörterbüchern, Grammatiken und Gebrauch — und britisches wie amerikanisches Standardenglisch sind gleichermaßen korrekt. Außerdem sind „Standard/Nicht-Standard“ und „formell/informell“ zwei verschiedene Achsen: 'isn't', 'don't' oder 'I've' sind Standardenglisch, nur eben informeller als die Vollformen — so wie „ich hab’s“ zwar locker, aber kein Dialekt ist. 'Ain't', 'they was' oder 'I seen' sind dagegen Nicht-Standard, egal wie locker die Situation ist.
💡 Hochdeutsch ↔ Dialekt entspricht Standard English ↔ dialect: regelhaft, aber nicht für Prüfungen und formelle Texte.
💡 Kurzformen (isn't, don't) sind Standard; ain't, they was, I seen und them books sind Nicht-Standard.
💡 Im Standard: them nur als Objektpronomen, als Begleiter steht those.
"You ain't seen nothing yet," she laughed, tossing them books onto the table.
(Die Autorin wählt bewusst Nicht-Standard-Formen, um der Figur eine authentische Stimme zu geben — so wie deutsche Romane Figuren berlinern oder schwäbeln lassen.)
Übung 1 · Wähle die richtige Beschreibung
'Ain't' is best described as...
Übung 2 · Wähle die richtige Beschreibung
'They was late.' This is an example of...
Übung 3 · Wähle die Standardform
'I seen him yesterday.' In standard English, this would be...
Übung 4 · Wähle das Standardwort
'Them books are mine.' In standard English, 'them' here would be replaced with...
Übung 5 · Wähle die richtige Beschreibung
Non-standard English forms like 'ain't' and 'them books' are...
Übung 6 · Wähle die Standardform
'He done it already.' In standard English, this would be...
Übung 7 · Wähle, wo es natürlich vorkommt
Non-standard grammatical features are most likely to appear naturally in...
Übung 8 · Wähle die Standardform
'We was hoping you'd come.' The standard-English equivalent is...
Übung 9 · Schreibe den Satz in Standardenglisch
Rewrite in standard English: 'She ain't got no time for that.'
Übung 10 · Schreibe den Satz in Standardenglisch
Rewrite in standard English: 'I never seen them books before.'
Übung 11 · Ordne die Sätze den Gruppen zu
0 / 8 zugeordnet
Übung 12 · Standard oder Nicht-Standard?
German: "Er hat kein Geld." Which English translation is standard English, as expected in an exam?
Fünf kurze Fragen, um zu prüfen, was hängen geblieben ist.
Frage 1 / 5
Punkte: 0/0
Non-standard English forms should be understood as...
Register und Stil
Tritt einen Schritt zurück und sieh das Gesamtbild: Register ist ein Kontinuum von sehr formell bis sehr informell, kein Schalter — und die Merkmale, die du schon kennst (Nominalisierung, Passiv, Kurzformen, Diskursmarker, Ellipse), sind alles Signale auf derselben Skala. Diese Lektion bringt sie zusammen und zeigt, wie du das Register an Publikum und Zweck anpasst und innerhalb eines Textes konsequent bleibst.
Höflichkeit und Abschwächung
Lerne, wie Englisch Bitten, Meinungen und schlechte Nachrichten abschwächt: mit could/would statt can/will und mit indirekten Fragen (I was wondering if..., Do you think you could...) — und warum deutsche Direktheit auf Englisch schnell unhöflich wirkt.
Formelles und informelles Englisch
Lerne, wie Wortwahl und Satzbau — nicht nur Grammatikregeln — zeigen, ob Englisch formell oder locker klingt, und wie du das Register an die Situation anpasst: Bewerbung, E-Mail an Freunde oder Smalltalk — ganz ohne Sie und du.
Headers und Tails (Herausstellung nach links/rechts)
Lerne zwei spiegelbildliche Muster der gesprochenen Sprache: Headers (Linksherausstellung) nennen das Thema, bevor etwas darüber gesagt wird; Tails (Rechtsherausstellung) liefern nachträglich, wer oder was gemeint war. Beide sind im natürlichen Gespräch häufig, und bei beiden verbindet ein Pronomen die Nominalphrase mit dem Satz.